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Gabi, Mike, Nando und Romeo schrieb am 20. April 2015 um 17:32
Furna, 4.-7.4.15 (statt 11.4. )
Liebe Frau Schmid 
Nun, wir sind also wieder zu Hause im Alltag angelangt. Das Gepäck ist mehrheitlich ausgepackt, die Waschmaschine läuft und das Wichtigste: Die Patienten sind versorgt und liegen in ihren Betten. Die ganze Heimfahrt (war mal wieder froh, dass auch ich Auto fahren kann, wenn's drauf ankommt...) habe ich gehadert und hin und her überlegt, ob wir mit der Abreise wohl die richtige Entscheidung getroffen haben. Denn, das möchte ich betonen: Wir alle sind sehr traurig, dass wir dieses wunderschöne paradiesische Fleckchen Erde so eilig verlassen mussten. Wenn ich nun an die letzten Stunden zurückdenke, an meinen Ehemann, der kaum noch stehen konnte, meinen älteren Sohn, der sich zwar zu erholen schien, nun aber mit hohem Fieber im Bett liegt, dann denke ich, dass es richtig war. Diese Nacht mit zwei fiebernden Patienten verbringe ich doch lieber etwas näher an der Zivilisation, so weh es auch tut!

Ja, es war ein langer Tag: In Ruhe konnte ich alles packen und aufräumen, während Mann und Sohn noch ein Weilchen liegen bleiben konnten. Hin und wieder musste einer aufspringen, um den ohnehin schon lange leeren Magen noch leerer zu machen. Nachdem ich alles eingepackt hatte, machte ich mich mit den Schneeschuhen und zwei grossen Rucksäcken (den einen am Rücken, den anderen auf dem Schlitten) auf den Weg zum Auto. Dann entfernte ich mit einiger Mühe die Schneeketten, packte alles in den Kofferraum und machte mich auf den Rückweg zum Städeli. Dort half ich den Patienten, sich anzuziehen und dann gingen diese schon mal voraus. Als ich dann mit meinem kleineren Sohn ebenfalls aufgebrochen war, konnte ich mir trotz allem eine kleines Schmunzeln nicht verkneifen: Vor uns zwei wandelnde Gestalten im Delirium, auf Schneeschuhen, hintereinander herschleichend... Wir hatten sie natürliche im Nu eingeholt und schafften es schliesslich alle vier bis zum Auto. Die Kurven bis ins Tal waren noch eine weitere Herausforderung: ich fuhr mehrmals an den Rand, um hinter uns fahrende Autos vorbeizulassen. Aber dann verlief die Fahrt ohne grosse Zwischenfälle. In Landquart hielten wir noch kurz beim Tankstellen-Coop, weil mir in den Sinn kam, dass mein kleinerer Sohn und ich ja nicht krank waren und sehr wohl mal etwas essen könnten, es war mittlerweile beinahe 16 Uhr.


Was uns bleibt, ist die Erinnerung an zwei wundervolle Tage ohne Stress und Hektik in wundervollster Landschaft und in einem sehr liebevoll eingerichteten und gepflegten Heimetli. Unser Ziel muss nun sein, etwas von dieser Ruhe und Zeit in den Alltag hinüberzuretten, denn wir haben ja soeben erlebt, wie es geht. Am Sonntagabend fragte Romeo, unser Kleiner: Mama und Papa, warum ist dieser Tag so lang? Ja, da kamen wir gehörig ins Grübeln und gaben ihm dann folgende Antwort: Hier oben haben wir sehr viel Zeit, um verschiedene Dinge zu erledigen. Wir haben keine Termine, können eine Aufgabe nach der anderen angehen und müssen nicht hundert Dinge gleichzeitig tun. Vielleicht können wir ja einen kleinen Teil davon auch hier unten im Alltag umsetzen, wäre schön!


Liebe Frau Schmid, wir danken Ihnen herzlich für Ihre Gastfreundschaft und das Vertrauen, wir haben die kurze Zeit im Städeli sehr genossen.


Nachtrag: Einen Tag nach unseren Ankunft zu Hause erwischte die Grippe auch noch mich. Und da wussten wir definitiv: Die Entscheidung war richtig!
Liebe Grüsse
Gabi
und Mike, Nando, Romeo
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